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Samstag, 10.05.2008      


Telemedizin und Cannabis Rezept in Deutschland: Was bieten diese 7 Anbieter?

Welche Leistungen stehen hinter den Namen, wenn Telemedizin und Cannabis Rezept in Deutschland zusammenkommen, und worin unterscheiden sich die Anbieter wirklich? Sieben Anbieter lassen sich anhand ihrer veröffentlichten Angaben nebeneinanderstellen: Honorar, Beratungsform und Besonderheiten. Die Tabelle fasst es zusammen, die Einzelporträts liefern die Zahlen dahinter. Ob ein Rezept ausgestellt wird, entscheidet jeweils der Arzt.

Anbieter

Beratungsform

Honorar

Besonderheit

weed.de

Fragebogen, Video, Praxis

9,95 € bzw. 29,90 €

Vergleich, Lexikon, Arztsuche

DoktorABC

Fragebogen

14,90 €

Mehr als 40 Kategorien

Bloomwell

App, Anfrage oder Termin

25,22 €

Live-Bestand in der App

CannGo

Fragebogen

14,99 €

Erstattung bei Ablehnung

GreenMedical

Anamnese online

Ab 9,95 €

Deutsche Approbation

DrAnsay

Fragebogen, optional Video

Nicht angegeben

Mehrere Fachbereiche

Telecan

Video oder Praxis

39 € oder 70 €

Wechseltermin

1) weed.de

weed.de bündelt vier Leistungen: ärztliche Anfrage, Preis- und Bestandsvergleich, Sortenlexikon und Arztsuche. Der Vergleich bildet den Kern des Angebots, mit 2.105 Produkten und 251 Apotheken sowie einem Lexikon von 2.618 Sorten bei 153 gelisteten Herstellern und Marken.

Die Anfrage kostet 9,95 € per Fragebogen und 29,90 € per Video, jeweils ohne Medikament. Praxistermine über die Arztsuche rechnet weed.de nicht ab, das Honorar legt die jeweilige Praxis fest. Anfragen sind laut Anbieter jederzeit möglich, die Rückmeldung eines Arztes kommt meist in unter 24 Stunden.

Folgerezepte lassen sich über das Konto mit einem Kurzfragebogen anfragen. Die Ärzte besitzen laut Plattform eine Approbation aus Deutschland oder einem EU-Staat. Bezahlt wird über Adyen, per Karte, Apple Pay, Google Pay oder Überweisung. Bei Trustpilot liegt die Bewertung bei 4,4 von 5 aus 59 Bewertungen.

Betreiber ist die Tortuga Technologies (Germany) GmbH in Berlin. Ergänzend gibt es einen Wissensbereich mit Artikeln zu Terpenen und Cannabinoiden, einen THC-Rechner, ein Hilfe-Center und Apps für iOS und Android. Nach Unternehmensangabe nutzen mehr als 21.000 Menschen das Angebot, Daten werden laut Anbieter nicht verkauft.

Medizinische Aufgaben nimmt weed.de selbst nicht wahr: Behandelt wird von Ärzten, abgegeben von Apotheken. Das Sortiment, die Preise und die Pharmaziedaten dienen der Orientierung, Entscheidungen über das Medikament trifft der Arzt.

Grenzen: Ein Rezept wird nicht garantiert, und die Erstattung durch die gesetzliche Kasse ist bei privaten Online-Rezepten nicht vorgesehen.

2) DoktorABC

DoktorABC ist keine Cannabisplattform im engeren Sinn: Cannabis ist eine von mehr als 40 Kategorien, die Plattform ist in Deutschland, Großbritannien, Frankreich und der Schweiz aktiv. Die Breite ist das Merkmal, denn mehrere Behandlungen lassen sich über ein Konto bündeln.

Für Cannabis prüft ein zugelassener Arzt den Fragebogen, das Honorar beträgt 14,90 €. Der Bestand speist sich aus mehr als 700 Partnerapotheken, laut Anbieter mit über 1.500 Cannabisprodukten, darunter mehr als 30 Extrakte und über 25 Vape-Formate. Eine Ein-Klick-Funktion wiederholt Behandlungen. Versicherung ist nicht nötig, Selbstzahler können eine Erstattung selbst beantragen.

Der Betreiber sitzt in London, die Plattform versteht sich als Vermittler und nicht als Internetapotheke. Der Kundenservice ist montags bis freitags tagsüber erreichbar, außerhalb gibt es ein Ticketsystem und ein Hilfecenter mit häufigen Fragen. Für die Videoberatung gibt es eine eigene Seite. Mehr als eine Million Kunden nennt das Unternehmen als Eigenangabe.

Geliefert wird per DHL bis zu zwei Werktage, per Express über einen Uber-Kurier oder mit Abholung am selben Tag. Bezahlt wird per Klarna, Karte, Maestro, Google Pay, Apple Pay, SEPA oder PayPal. Ein medizinischer Beirat ist benannt, ein LegitScript-Siegel wird angezeigt.

3) Bloomwell

Bloomwell hat seinen Sitz in Frankfurt am Main und führt die Telemedizin in einer App zusammen. Die App deckt Fragebogen, Rezept und Bestellung ab, der Live-Bestand zeigt laut Anbieter mehr als 800 Blüten, ein Preisvergleich ist integriert.

Normalerweise kostet die Anfrage 25,22 €, ein Folgerezept nach einem Termin 28,25 €, jeweils nach GOÄ, der ärztlichen Gebührenordnung. Im Rahmen einer Aktion entfällt zeitweise das Anfragehonorar. Das E-Rezept läuft über D-Trust der Bundesdruckerei und geht laut Unternehmen meist binnen 24 Stunden an die gewählte Apotheke, Rezepte lassen sich auch in beliebigen anderen Apotheken einlösen.

Zugestellt wird per DHL oder DHL Express, alternativ per Abholung. Das Partnernetz besteht laut Unternehmen aus über 30 Apotheken sowie 200 Lieferanten, auf der Startseite wird außerdem ein Gutachten- und Formularservice genannt. Die Hotline mit 0800-Nummer, E-Mail und der WhatsApp-Kanal bilden den Support, für die App stehen Versionen für iOS und Android bereit. Private Versicherer erhalten auf Anfrage eine Rechnung.

Bezahlt wird per Google Pay, Apple Pay, Klarna, American Express, Mastercard oder Visa. Inhaltsbereiche erklären Terpene, Sorten und Kosten, ein Gutachten- und Formularservice, ein Zubehörshop und ein Empfehlungsbonus erweitern die App. Das Unternehmen nennt mehr als 500.000 Kunden.

4) CannGo

Die Zahlen von CannGo sind die Bewertungen: Bei Trusted Shops steht die Plattform bei 4,79 von 5 aus 17.518 Bewertungen, die Seite spricht von mehr als 18.000 verifizierten Bewertungen. Die Angaben stammen von der Plattform selbst.

Das Honorar beträgt 14,99 € pro Anfrage inklusive Mehrwertsteuer und wird bei Ablehnung vollständig erstattet. Die Erstanfrage besteht nur aus dem Fragebogen, die Prüfung übernehmen approbierte Ärzte. Ein Gespräch folgt auf Wunsch des Arztes, einen Folgeantrag stellen Patienten später im Dashboard. Es werden ausschließlich Privatrezepte ausgestellt. Anmelden dürfen sich Erwachsene mit einer Adresse in Deutschland, ein gültiger Ausweis ist Pflicht.

Im Live-Bestand stehen laut Seite über 350 Apotheken und mehr als 1.400 Blüten bereit, im Vergleich starten Blüten bei 2,69 € je Gramm, Versand kommt hinzu. Ratgeber zu Rechtslage, Kosten und Darreichungsformen sowie zehn Städteseiten ergänzen den Auftritt, die Seite ist zweisprachig.

Folgeanfragen laufen über ein Dashboard, Zahlungen per Mastercard, Visa, Apple Pay, Google Pay oder Klarna. Für Fragen stehen E-Mail und eine Telegram-Community bereit. Die Seite zeigt LegitScript- und PCI-Siegel und weist auf Abhängigkeitspotenzial und eingeschränkte Fahrtüchtigkeit hin.

5) GreenMedical

Bei GreenMedical rücken die Preisangaben in den Vordergrund. Rezepte gibt es ab 9,95 €, die ärztliche Leistung ist laut Seite nach § 4 Nr. 14 UStG umsatzsteuerfrei, Produktpreise enthalten 19 % Mehrwertsteuer. Medikamente werden zu den gesetzlichen Apothekenpreisen abgegeben.

Ärzte sind nach Anbieterangaben in Deutschland approbiert und an die Schweigepflicht gebunden. Eine persönliche Erstuntersuchung folgt nach ärztlichem Ermessen. Der Ablauf umfasst die Wahl des Behandlungsbereichs, Anamnese (etwa fünf Minuten), Medikamentenwahl oder ärztliche Empfehlung und die Einlösung digital oder vor Ort.

Das Sortiment reicht von Blüten über Extrakte bis zu Verdampfern, ein Verzeichnis zeigt Cannabis-Apotheken. Hunderte Partnerapotheken sind laut Seite angebunden. Wer unsicher ist, kann die Ärzte um eine Empfehlung bitten, statt selbst ein Medikament zu nennen. Bei Trustpilot erreicht der Anbieter 4,7 von 5. Die Seite nennt für Notfälle die Nummern 112 und 116 117.

Betreiber ist die GreenMedical GmbH, Daten liegen verschlüsselt auf deutschen Servern. Neben Cannabis wird Gewichtsmanagement angeboten, das Cannabisangebot ist damit einer von zwei Bereichen.

6) DrAnsay

DrAnsay nennt Plattformzahlen: Google 4,9 aus über 4.360 Bewertungen und Trustpilot 4,8 aus über 2.360, die Daten tragen allerdings ein älteres Datum. Eine ISO-Zertifizierung nach ISO/IEC 27001:2022 wird ausgewiesen, ebenso die Eigenangabe von mehr als drei Millionen Behandlungen.

Cannabis ist der Bestseller im Katalog, dazu kommen Gewichtsmanagement, Frauengesundheit und allgemeine Medizin. Ein Arzt oder eine Ärztin prüft den Fragebogen, ein Videogespräch ist optional und nicht der Regelfall. Das Honorar für Cannabis nennt die Startseite nicht, Name und Zulassungsland der Ärzte fehlen ebenfalls.

Medikamente kommen laut Seite in zwei bis vier Tagen oder lassen sich in Apotheken abholen, die Preise für Cannabis nennt die Startseite nicht. Zahlungen gehen per Visa, Mastercard, American Express oder Klarna, die Startseite nennt keine Öffnungszeiten für den Support und stellt Fragen und Kontaktseite getrennt dar, sodass sich Erreichbarkeit vorab schwer einschätzen lässt. Magazin, E-Books und eine iOS-App ergänzen das Angebot, hinzu kommt ein KI-Chatbot für allgemeine Gesundheitsfragen.

Eine Preisgarantie wird mit Sternchen erwähnt, die Bedingungen dazu erläutert die Startseite nicht. Medikamente zur Gewichtsabnahme gibt laut Seite eine niederländische Apotheke ab, andere Medikamente ausgewählte Partnerapotheken. Die Newsletter-Einwilligung führt Dr. Ansay Ltd. auf, ein Sitz fehlt auf der Startseite.

7) Telecan

Telecan nennt seine Preise in drei Stufen: 39 € für einen kurzen, 70 € für einen langen Ersttermin und 12,90 € für ein Folgerezept. Der Preis des Medikaments richtet sich nach Produkt und Apotheke und wird gesondert beglichen, zahlen müssen Patienten zunächst selbst, private Versicherer können erstatten.

Der Ablauf: Fragebogen bei der Registrierung, dann ein Gespräch per Video oder in einer Privatpraxis mit in Deutschland zugelassenen Ärzten. Verlangt werden Ausweis und Befunde zu den Beschwerden, bei Schlafstörungen entfallen sie. Nach dem ersten Rezept gibt es einen Patientenausweis oder ein kurzes Attest als offizielle Bescheinigung.

Bestehende Cannabispatienten wechseln mit einem eigenen Wechseltermin. Eingelöst wird das Rezept bei Partnerapotheken mit digitaler Anbindung. Wer bei einem anderen Anbieter in Behandlung ist, spart mit dem Wechseltermin gegenüber den Erstterminen. Telefonisch ist Telecan nur an bestimmten Wochentagen zu festen Zeiten erreichbar, per E-Mail jederzeit, eine Support-Adresse nennt die Seite ausdrücklich.

Genannte Partnerapotheken sind unter anderem Hohenzollern Apotheke, Jiroo, ABC Cannabis, Goldene Blüte und Asavita. Die Ärzte besitzen nach Anbieterangaben eine deutsche Zulassung und arbeiten ausschließlich in Privatpraxen.



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