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Sonntag, 21.01.2007      

Ihr Weg zu Harmonie und Lebensfreude
Ihr Weg zu Harmonie und Lebensfreude




Eisenmangelsyndrom: Infusionen statt Tabletten

Weltweit 3 Milliarden Menschen – darunter hauptsächlich Frauen - haben Eisenmangel. Die Symptome sind bekannt: Depressionen, totale Erschöpfung, Schlafstörungen, Nacken- und Kopfschmerzen bis hin zu Schwindel. Falsch definierte Grenzwerte und ungenaue Diagnosen verlängern das Leiden vieler Patienten unnötig, sagt Dr. Beat Schaub aus Binningen, der im Rahmen seiner Stiftung Coaching for Health neue Behandlungskonzepte erforscht. Eine Eisenzufuhr über konzentrierte Infusionen bringt Kraft und Lebensfreude zurück und schafft „lebendige Frauen“, wie neue Untersuchungen zeigen.

«Ich kann einfach nicht mehr. Ständig bin ich erschöpft, müde, lustlos. Alles wird mir zuviel. Am liebsten würde ich nur noch schlafen“ - schildert eine 43jährige Patientin ihren Zustand. Sie hat das sogenannte Eisenmangelsyndrom, das vorwiegend Frauen im Menstruationsalter, aber auch alte Menschen, Kinder und Jugendliche trifft. . «In der Schweiz sind rund eine Million Menschen betroffen, weltweit etwa 3 Milliarden », beschreibt Dr. Beat Schaub. Der Facharzt für Innere Medizin widmet sich seit neun Jahren in seinem Eisenzentrum in Binningen BL dem Eisen im Körper und seinen essentiellen Aufgaben. Eisen ist ein lebenswichtiges Spurenelement, das der Mensch seinem Körper mit der Nahrung zuführen muss. Sehr viele Vorgänge im Körper sind direkt oder indirekt von Eisen abhängig: so z.B. zentrale und lebensnotwendige Funktionen wie Hormonbildung, Energiegewinnung in den Zellen, Abbau von zellschädigenden freien Radikalen, Produktion des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin für den Sauerstofftransport im Blut sowie der Aufbau des Muskelfarbstoffs Myoglobin.

Frauen bluten insgesamt 5 Jahre

Wie kommt der Eisenverlust zustande? Eine Frau verliert ab der ersten Menstruation alle 28 Tage während vier bis fünf Tagen Blut und damit auch viel Eisen. Insgesamt blutet sie bis zur Menopause also fünf Jahre lang! Kein Wunder, dass viele Frauen an Eisenmangel leiden. Der Eisenmangel bei Kindern, Jugendlichen und alten Menschen lässt sich weniger eindeutig klären. Experten gehen davon aus, dass diese Patienten das Eisen nicht genug aus der Nahrung aufnehmen können.

Bei einem Eisenmangel wird die Funktion der Hämoglobinbildung am längsten aufrecht gehalten, während andere Funktionen des Organismus oft schon nach kurzer Zeit „auf Sparflamme“ gesetzt werden und dadurch die - teilweise sehr belastenden - Symptome auftreten können. Typisch für das Eisenmangelsyndroms sind Erschöpfungszustände, depressive Verstimmung, Nacken- und Kopfschmerzen, Schlafprobleme, Schwindel, Konzentrationsstörungen und Haarausfall. Sobald eine Anämie auftritt, treten je nach Schweregrad der Blutarmut zusätzlich Atemnot, Blässe und Cyanose auf.

Dr. Beat Schaub hat in seinem Forschungszentrum festgestellt, dass viele Patienten Beschwerden zeigen, lange bevor sie effektiv eine Blutarmut (Eisenmangelanämie) haben. Diese ist mit der Hämoglobin-Analyse feststellbar.
Wichtig: Der Arzt muss aber auch das so genannte Ferritin im Blut messen, um die Diagnose Eisenmangel-Syndrom nicht zu verpassen. Das Eisenspeicher-Protein Ferritin ist ein Parameter für den Eisengehalt im Körper. Dr. Schaub: «Das Hauptproblem liegt darin, dass nach Lehrbuch ein unterer Ferritin-Grenzwert von 20 Nanogramm pro Milliliter genügt. Bei diesem Wert leidet nach meiner langjährigen Erfahrung aber die Mehrzahl bereits unter Symptomen.» Schaub setzt sich deshalb für einen Grenzwert von 50 ng/ml (Nanogramm pro Milliliter) ein. Mit dieser Neuregelung könnte vielen Patienten um einiges früher geholfen werden. Nicht selten würde sich dadurch auch der Einsatz von Medikamenten mit starken Nebenwirkungen wie z.B. Psychopharmaka oder Schmerz- und Schlafmittel ziemlich schnell erübrigen.

Infusionen statt Tabletten

Häufig werden bei Eisenmangel und Blutarmut als erste Massnahme Tabletten eingesetzt. Da der Körper dieses Eisen im Darm oft nur schlecht aufnehmen kann, lassen sich damit die Speicher des Körpers nur langsam füllen. Viele Frauen brechen die Behandlung sogar ab, weil sie sich mit den Nebenwirkungen wie Verstopfung nicht wohl fühlen. Beim Eisenmangel-Syndrom sollte das Blut aber möglichst schnell mit Eisen aufgesättigt werden, damit sich die Eisenspeicher wieder füllen können und sich die Patienten/innen möglichst schnell wieder kraftvoll fühlen. Durch die Venen verabreichtes Eisen per Infusion lässt den Ferritin-Wert rascher ansteigen als Eisentabletten oder –kapseln das vermögen.

Netzwerk von Eisenzentren

Da die Behandlung von vielen Arztkollegen immer noch als gefährlich erachtet und deshalb nicht angeboten wird, hat Dr. Schaub mit seinem Team ein Netzwerk von ärztlichen Eisenzentren erstellt, in denen wiederum professionelle und erfahrene Teams arbeiten. Die Diagnostik in den ärztlichen Eisenzentren ist zuverlässig und findet in einer einzigen Konsultation statt. Die Behandlung dauert 3 Wochen, hat eine Erfolgsquote von 80% und ist gefahrlos, preisgünstig und kassenpflichtig. In der Schweiz existieren bisher 18 ärztliche Eisenzentren, in Deutschland zwei, in andern Ländern Europas sind diverse Kompetenzzentren im Aufbau.

Kontaktadressen:

Dr. med. Beat Schaub
Forschungs- und Dokumentationszentrum für Therapieerfolge FDTE
Hauptstr. 28
4102 Binningen BL
Tel.

Internet:
www.euro-fer.net
www.eisenhilfe.net
www.sge-ssn.ch
www.feos.ch
www.lebendige-frauen.net
www.coaching-for-health.net


Eisenmangel muss neu definiert werden

1968 wurde die Eisenmangelanämie IDA (Iron deficiency anaemia) durch die WHO erstmals definiert und in die Lehrbücher aufgenommen. Die Definition der IDA verdankt ihre Existenz einem pragmatischen Schlüssel: Personen mit einer Anämie erhielten Eisenpräparate, wodurch die Anämie verschwand. Die eben behandelte Anämie war also eisenmangelbedingt. Quod erat demonstrandum.

1968 konnte allerdings noch kein Ferritin im Blut gemessen werden, sodass ein Eisenmangel nur indirekt beweisbar war. Noch heute existiert in den Lehrbüchern die Ansicht, Hämoglobin sei der Repräsentant für das Vorhandensein oder Fehlen eines Eisenmangels. Seit der Möglichkeit, den Ferritinwert im Blut zu bestimmen, wurde lediglich festgestellt, dass bei Frauen im Menstruationsalter ein tiefer Wert vorliegt (ca. 20 ng/ml) im Gegensatz zu Männern, deren Wert in der Regel über 100 ng/ml liegt. Solange keine Anämie vorliegt, liege kein Eisenmangel vor – so lautet die heutige Lehrmeinung, die sich in den letzten 40 Jahren nicht verändert hat.

Aufgrund der Beobachtung in hausärztlichen Praxen, dass auch ohne Anämie Symptome bei tiefen Ferritinwerten auftreten, ist der Zeitpunkt gekommen: Eisenmangel muss neu definiert werden.

Vierzig Jahre nach der Definition der Eisenmangelanämie wurde 2005 das Eisenmangelsyndrom ohne Anämie IDS (Iron Deficiency Syndrome) erstmals definiert. Die bei 320 Patientinnen vorhandenen IDS-Symptome verschwanden nach einer Eisensubstitution mehrheitlich, sodass derselbe pragmatische Schlüssel wie bei der Definition der IDA verwendet wird: quod erat demonstrandum. Die Analyse der dokumentierten Behandlungsverläufe spricht eine klare Sprache: die Mehrheit der Frauen im Menstruationsalter leidet an mindestens einem IDS-Symptom, wenn der Ferritinwert unter 50 ng/ml liegt. Diese Erkenntnis verlangt eine Korrektur der bisherigen Lehrmeinung: Ein Ferritinwert von 20 ng/ml bei Frauen im Menstruationsalter ist aus wissenschaftlicher Sicht physiologisch („normal“). Aus Sicht der symptomatischen Patientinnen ist ein Ferritinwert normal, bei welchem keine Symptome vorliegen.

Aufgrund unserer eigenen Forschung (Eisenzentrum Binningen) ist es erforderlich, den unteren „Normwert“ für Ferritin auf mindestens 50 ng/ml zu erhöhen. Diese Beobachtung wird seit Jahren von verschiedenen Forschungs-Teams geteilt. Immer mehr drängt sich neben dem „Normbereich“ die Definition eines Optimalbereichs auf. Unsere Erfahrung deckt sich mit anderen Forschungs-Resultaten: Der Optimalbereich für Ferritin dürfte für beiden Geschlechtern zwischen 100 und 120 ng/ml liegen. Beim Eisenmangelsyndrom IDS handelt es sich wahrscheinlich um die häufigste Krankheit schlechthin. 3 Milliarden Menschen sind weltweit betroffen, davon allein in der Schweiz etwa 1 Million. Aufgrund der bisherigen Definition des Eisenmangels werden jene Betroffenen nicht erfasst, die keine Anämie aufweisen. Weil nur etwa 10% der Betroffenen eine Anämie entwickeln, fallen 90% durch das diagnostische Raster der Schulmedizin und werden damit weder diagnostiziert - geschweige denn behandelt. Durch die Kenntnis der Existenz des IDS sowie dank der Möglichkeit einer schnell wirksamen und ungefährlichen Behandlung erhalten die Betroffenen künftig die Möglichkeit, erkannt und geheilt zu werden.

Die Eisenmangelanämie IDA ist eine Komplikation des Eisenmangelsyndroms IDS. Oder aber: das IDS ist eine Vorstufe des IDA. Ob so oder anders betrachtet: es kommt auf dasselbe heraus.

©Dr. Beat Stephan Schaub, 1. Basler Eisen-Symposium, Juni 2006



Buchtipp:

Dr. med Beat Schaub: Lebendige Frauen, 52 Seiten,
SFr. 22.50,

Lebendige Frauen ist ein Buch, das vielen Frauen neue Hoffnung gibt. Lebendige Frauen fühlen sich zufrieden, leistungsfähig, belastbar und den Anforderungen des Lebens gewachsen. Das Buch zeigt auf, dass sich die Schulmedizin seit einigen Jahrzehnten geirrt hat. Frauen mit einem Eisenmangelsyndrom wurden bisher oft mit Psychopharmaka, Schmerzmitteln und Massagen behandelt. Dies soll in Zukunft geändert werden. Das Buch soll eine Hilfe für Patientinnen und Ärzte sein, die sich mit der neuen Behandlungsform vertraut machen wollen. Es erklärt in einfacher Sprache das Krankheitsbild, dessen Diagnostik und Therapie.



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